Crowbar – hero &outcast

Chapter 07

Crowbar verließ Düsseldorf auf dem zügisten Weg. Ein Phänomen war nämlich, dass Menschen, die in dicht besiedelten Gebieten motorisiert am Straßenverkehr teilnahmen, höchstwahrscheinlich die Führerscheinprüfung bestanden hatten. Nur hatte aber keiner von ihnen jemals wirklich Autofahren gelernt. Sobald Crowbar aus Düsseldorf raus war, entspannte sich der Verkehr sichtlich und Crowbar mit ihm.

Nun fiel ihm im Rückspiegel der champagnerfarbene BMW auf. Er hatte in Düsseldorf immer ein bis zwei Autos zwischen sich und Crowbar gelassen, doch um komplett zu verschwinden, war seine Farbe zu auffällig.
Auf der Landstraße gab es zu wenig andere Autos, um sich zu verstecken. Der BMW kam näher und fuhr unangenehm dicht auf. Für BMW-Fahrer war das nichts ungewöhnliches, das waren mit Abstand die größten Assis auf der Straße. Crowbar hatte ein etwas mulmiges Gefühl. Der BMW ließ sich immer wieder zurückfallen, beschleunigte wieder und fuhr dicht auf, wie ein Billardspieler, der sich auf seinen Stoß vorbereitete.
Bei Gießen beschleunigte der BMW überraschend, setzte sich neben Crowbar und drängte ihn in den Straßengraben. Crowbar versuchte noch die Kontrolle über seine Maschine zu behalten und auf den gefrorenen Acker neben sich auszuweichen, doch ein Loch im Boden verriss den Lenker. Sein Hinterrad brach aus und seine Maschine kippte zur Seite. Crowbar gelang es gerade noch, von seinem Motorrad abzuspringen, damit die Maschine nicht auf sein Bein fiel. Er rollte sich auf dem harten Ackerboden ab und rappelte sich gleich wieder auf. Vollkommen zu Recht, wie er feststellte. Aus dem BMW stiegen drei Typen, einer von ihnen holte einen Baseballschläger aus dem Kofferraum. Der Fairness halber löste Crowbar eines der drei Nageleisen, welche seine Sissybar bildeten. Nur zwei davon waren fest mit der Maschine verbunden, das dritte war lediglich mit Magneten an den beiden befestigt, unter anderem für solche Situationen.
Der Typ kam näher, Crowbar erkannte das Muster des Pullovers, es sah wie die Sesselbezüge von Crowbars Großmutter aus. Es waren Atzen. Als der erste ihm gegenüberstand, sah Crowbar in den Augen seines Feindes, womit er es noch zu tun hatte: Atzen auf schlechtem Koks. Seiner erster Gegner holte mit den Baseballschläger aus und schlug zu. Crowbar griff sein Nageleisen mit der rechten Hand am Kuhfuß und ließ den Schlag über das lange Ende des Nageleisen abgleiten. Den Schwung seiner Parade nutzte Crowbar, um dem Typen mit der runden Seite des Kuhfußes die Nase zu brechen. Dieser ließ mit einem Schmerzensschrei den Schläger fallen und ging zu Boden. Sein Kumpel eilte ihm zu Hilfe und verpasste Crowbar eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. Durch die zuquellenden und tränenden Augen konnte Crowbar nur schemenhaft erkennen, was passierte. Ihm blieb nur übrig, durch Zufall Angriffe abzublocken. Er schwang sein Nageleisen blind in die Richtung, aus der er seine Feinde hörte. Die verbliebenen Atzen hielten nicht Maulaffen feil sondern malträtierten Crowbar mit Schlägen und Tritten.
Dabei schrie der eine: „Du Penner, lass gefälligst deine dreckigen Pennerpfoten von meiner Freundin!“
Nach einem weiteren Schlag mit dem Baseballschläger auf den Kopf gab Crowbars Helm den Geist auf und bei Crowbar gingen die Lichter aus.

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