Crowbar – hero & outcast


Chapter 1

Crowbar fuhr mit seiner Harley die Landstraßen im Bergischen Land entlang. Der Himmel war blau, sein Tank voll, die Straßen leer. Ein paar Grad mehr und alles wäre perfekt gewesen.


Hinter ihm tauchte ein Polizeifahrzeug auf. Mit einem halsbrecherischen Manöver überholte es Crowbar und bremste ihn aus. Die Leuchtschrift „Polizei, bitte folgen!“ flammte auf, Crowbar wurde auf den nächsten Parkplatz gelotst.
„Guten Tag Polizei, dies ist eine allgemeine Verkehrskontrolle, den Führerschein und die Fahrzeugpapiere bitte.“
Crowbar antwortete nicht. Er kramte lediglich die geforderten Unterlagen raus.
„Sie wissen warum wir sie angehalten haben.“
Crowbar antwortete immer noch nicht, einerseits weil er nicht zum Antworten gezwungen war, andererseits weil seine Mutter ihm immer wieder „Sprich nicht mit dummen Leuten.“ eingeschärft hatte. Das war hier der Fall.
„Hallo? Verstehen Sie mich?“, nervte der Bulle weiter.
Crowbar nickte.
„Brauchen Sie einen Dolmetscher?“
Crowbar reagierte nicht. Wie dumm war denn diese Frage? Wenn jemand eine Sprache nicht versteht, ihn in eben dieser Sprache zu fragen, ob er einen Übersetzer brauchte.
„Lass gut sein, für den Assi ist der Aufwand umsonst, der versteht uns schon.“
Er las er von Crowbars Führerschein ab: „Herr Schmudinsky, ist das Ihr Motorrad?“
Auf seinem Namensschildchen stand „PK Spree“.
„Hier in den Papieren steht ein anderer Halter, Tim Schuster. Haben Sie das Motorrad gestohlen?“
„Mensch, jetzt antworten sie doch!“, mischte sich der Erste wieder ein.
Crowbar behielt sein Schweigen bei.
PK Spree schaffte nun Tatsachen: „Herr Schmudinsky, ich nehme Sie wegen des dringenden Verdacht auf Schweren Diebstahl fest.“
Sein Kollege war ebenso überrascht wie Crowbar.
„Geben Sie mir das Messer an ihrem Gürtel!“
Crowbar rührte sich nicht und ließ geduldig über sich ergehen, wie PK Spree es ihm abnahm.
„Ich durchsuche Sie jetzt. Haben Sie irgendetwas in den Taschen, an dem ich mich verletzen könnte?“
Die Antwort war Schweigen. Polizeikommissar Spree tastete Crowbar ab und förderte ein kleines Nageleisen zum Vorschein. Als er ihn am Bauch abtastete, wurde er stutzig.
„Was haben sie da?“, fragte er.
Der antwortete weiterhin nicht. PK Spree griff vorsichtig in Crowbars Weste und zog einen Revolver aus einer Innentasche. Sein Kollege war erstaunt, zog seine Dienstwaffe und richtete sie auf Crowbar.
„Das sieht echt nicht gut für dich aus.“, kommentierte Spree seine Entdeckung.
Nachdem Crowbar komplett durchsucht worden war, legte man ihm Handschellen an und setzte ihn in den Streifenwagen. Von hier aus sah er, wie sein Motorrad auf einen mittlerweile angekommenen Abschleppwagen gehoben wurde, der es zur Polizeiwache bringen würde.

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